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Der Friese im Sport
Der Friese ist der „Zehnkämpfer” unter den Pferden. Er ist vielseitig einsetzbar, da er sehr intelligent und gelehrig ist, dazu kommt eine gehörige Portion Neugier. Friesenbesitzer werden mir da zustimmen.
Der bekannteste Einsatzbereich ist in der heutigen Zeit wohl das Show-Reiten. Dort wird er in den verschiedensten Lektionen vorgestellt, wie Freiheitsdressur (bekannt aus den verschiedensten Zirkussen in der Welt), aber auch in der hohen Schule und in der Circensik stellt er seine Rasse optimal dar. Aufgrund seiner spanischen Vorfahren ist er für diese Aufgaben geradezu prädestiniert. Wer je einmal eine Show mit Friesen erlebt hat, kommt von diesen Pferden nicht mehr los. Man merkt bis in die letzte Reihe, mit welcher Freude und welchem Eifer die Tiere bei der Sache sind und das alles ohne Leistungsdruck. Denn richtig gute „Ergebnisse” erzielt man nur, wenn es dem Pferd auch Spaß macht.
Je mehr die Menschenmasse in den Hallen tobt, um so stolzer und erhabener präsentieren die Friesen ihr Programm. Da ich selbst zu solch einem Showteam gehöre, kann ich das nur bestätigen.
Auch für die Friesen gilt: „Applaus ist das Brot der Künstler”.
Vor der Jahrhundertwende wurde das Friesenpferd sehr gerne bei dem neuen Volkssport der Niederländer, dem Trabrennen, eingesetzt. Durch ihren starken Trab waren die Friesen dafür natürlich bestens geeignet. Auch heute noch werden auf den verschiedensten Veranstaltungen Friesen in diesem Sport gezeigt. Auf den heutigen Trabrennbahnen ist allerdings kein Friese zu finden. Durch seinen Körperbau wäre er den anderen, vollblutgestützten, Rassen doch haushoch unterlegen. Die sogenannten Harddraver-Rennen fanden jedoch auch nicht auf einer speziellen Rennbahn statt, sondern auf Wiesen oder auf nicht mit Pflaster befestigten Wegen.
Nicht wegzudenken ist der Friese im Fahrsport. Dort wird er vor allem im Viererzug eingesetzt. In dem Parcours zeigen sie dann, dass sie in diesem Sport genauso leistungsfähig sind wie andere Rassen. Am imponierendsten für viele Menschen ist wohl die Anspannung vor historischen Kutschen, wie Postkutschen oder der friesischen Sjees. Wenn die Pferde auf Hochglanz gewienert, angespannt mit edlen Geschirren und von Personen in alten Kostümen gefahren werden, kann sich wohl kein Zuschauer diesem Reiz entziehen. Auch die niederländische Königin Beatrix hat ein Friesengespann. Mit diesem Gespann wird unter anderem immer der neu akkreditierte Botschafter eines Landes zu seinem Antrittsbesuch bei der Königin abgeholt.
Immer häufiger sieht man den Friesen inzwischen auf Dressurturnieren, auch da macht er eine gute Figur. Es gibt Friesen, die es bis zur S-Dressur geschafft haben sich erfolgreich zu platzieren. Er wird wohl allerdings nicht so schnell die reinen warmblütigen Sportpferde ablösen. Aber das muss er ja auch gar nicht. In nächster Zukunft wird man aber bestimmt noch einiges von den Friesen im Dressursport hören, denn die Nachkommen von manchen Hengsten haben nicht mehr ganz dieses schwere Exterieur des barocken Friesen.
Zu guter letzt sollte man nicht die Freizeitreiterei vergessen. Die war es schließlich, der die Friesen ihre „Rettung in letzter Minute” zu verdanken haben. Hätten diese manchmal verächtlich „Buschreiter” genannten Pferdemenschen diese Pferd nicht für ihr Hobby entdeckt, wären die Friesen wohl heute seltene Exoten. Der Friese eignet sich nämlich ideal für den Ausritt ins Gelände. Er ist robust, nicht ängstlich und ausdauernd. Kilometerlange Galoppstrecken sind zwar nicht so sein Ding, da erstens der Galopp nicht so raumgreifend ist wie bei anderen Pferderassen und zweitens sein Lungenvolumen rund ein Drittel kleiner ist als bei anderen Warmblutrassen. Dies ist durch seinen Körperbau bedingt.
Am wenigsten wird man einen Friesen auf einem Springturnier sehen. Dies heißt aber nicht, dass er, wie vielfach behauptet wird, nicht springen kann. Er kann sehr wohl springen, mit etwas Übung ist bei einigen vielleicht sogar die Höhe eines L-Springen möglich. Auch dies ist durch den Körperbau des Friesen begründet. Zum einen sind die Friesen in der Regel nicht so sehr groß und zum anderen ist der schwere Knochenbau nicht so ideal für den Springsport geeignet. Außerdem sind sie durch ihre Masse auch nicht so wendig im Parcours wie andere Rassen.
Doch dies tut dem Erfolg des Friesenpferdes keinen Abbruch. Mit einem Formel I-Wagen nimmt man ja auch nicht an der Rallye Paris-Dakar teil.
Abschließend ist zu sagen, dass der Friese ein richtiges Familienpferd ist. Da der Friese sehr gelehrig ist, kann er sich sehr schnell auf die verschiedenen Freizeitpartner einstellen. Papa geht mit ihm ins Gelände, die Tochter sammelt mit ihm ihre ersten Turniererfahrungen und Opa spannt ihn vor die Kutsche.
Irgendwo im Internet habe ich mal den schönen Satz gelesen:
“Der Friese ist die Harley Davidson unter den Pferden.”
Schöner kann man es eigentlich nicht ausdrücken, oder??

Manchmal treffen beide dann auch schon einmal aufeinander, so wie hier auf dem Friesenfest des DFZ 2008 in Dorsten Gahlen. 8 Friesen und 4 Harley Davidson in einem gemeinsamen Showbild
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